Aktuelles

16. November 2017

Symposium „Streitfrage Resilienz. Wie wir Zukunft gestalten können“

Abschlussveranstaltung des Forschungsverbundes ForChange

» mehr erfahren

1. November 2017

Sammelband „Resilienz“ 2018

Interdisziplinäre Perspektiven zu Wandel und Transformation, hrsg. Karidi, Gutwald, Schneider

» mehr erfahren

15. Oktober 2017

Vorstellung der Resilienzspiele

ForChange präsentierte auf der Münchner Klimaherbst Dult seine Resilienzspiele

» mehr erfahren

27. September 2017

Multiplikatoren-Workshop

Resilienzspiele am Schülerforschungszentrum Augsburg

» mehr erfahren

4. August 2017

Best Paper Proceedings des 77. Annual Meetings der Academy of Management

ForChange Forschungsergebnisse wuden präsentiert

» mehr erfahren
zur Übersicht

Schneller als die Demokratie erlaubt?

Schneller als die Demokratie erlaubt?

Podiumsdiskussion über die politische Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz in Zeiten radikalen Wandels mit Julian Nida-Rümelin, Markus Vogt und Armin Nassehi moderiert von Franz MauelshagenIn Kooperation mit dem Münchner Kompetenzzentrum Ethik (MKE) Am Do., d. 20. November 2014 im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, Hörsaal M218. Auf dem Resilienz-Blog bestand die Möglichkeit, sich schon vorab in die Diskussion zum Thema einzubringen. Diskutieren Sie mit!

Veranstaltungsflyer

Resilienzblog

Das politische Projekt der Moderne beruht auf der Überzeugung, dass die gesellschaftlichen Akteure steuernd auf den Aufbau, die Wahrung und die Veränderung von sozialen Strukturen einwirken können. Die Finanz- und Schuldenkrise, der Klimawandel und die neuen geopolitischen Konflikte machen deutlich, dass dieser politische Steuerungsanspruch an seine Grenzen stößt.

Die Gefahr in solchen Situationen ist, dass man Symptome kuriert und Probleme verschiebt, statt Transformationsprozesse für eine dauerhafte Problemlösung zu suchen. Die Dringlichkeit und das Tempo der sozialen und ökologischen Umwälzungen führen dazu, dass meist nur noch reagiert, aber nicht mehr politisch gestaltet wird. Der hohe Entscheidungsdruck scheint keine Zeit zu lassen für die langwierigen Prozesse demokratisch-deliberativer Willensbildung. Das Scheitern der Klimaverhandlungen lässt sich als Menetekel für den nicht auflösbaren Widerspruch zwischen globalem Wohlstandsstreben und den „unbequemen Wahrheiten“ der Ökologie deuten. Ruinieren wir den Planeten im Namen der Menschenrechte und der globalen Ausweitung humaner Wohlstandsansprüche?

Ist eine nationale Demokratie mit ihren langwierigen und aufwändigen Legitimationsprozessen noch zeitgemäß? Müssen wir um des Überlebens willen die Grundwerte der Partizipation und der Rechtfertigung einschränken oder gar über Bord werfen, zumindest für eine gewisse Zeit? Wie könnte man solche Strategien legimitieren? Wer darf diese Entscheidungen treffen? Welche Rolle spielt die Politikberatung durch Expertengremien und Ethikkommissionen? Bietet das Konzept der Resilienz, das darauf zielt, die Vulnerabilität in Situationen der Unsicherheit zu minimieren und robuste Entwicklungspfade in einer verwundbaren Welt des Übergangs zu fördern, einen normativ gehaltenvollen Ausweg? 

 Leitfragen:

  •  Sind Entscheidungen für wirksamen Klimaschutz überhaupt global mehrheitsfähig? Falls man zweifelt: Was bedeutet das dann für die Legitimation politischer Entscheidungen? Muss die Rollenverteilung zwischen Mandatsträgern, Zivilgesellschaft, Öffentlichkeit und Wissenschaft neu konzipiert werden? 

  • Wie kann unter der Bedingung von hoher Komplexität und Dringlichkeit politische Willensbildung demokratisch vonstattengehen? Welche Rolle spielt die Unterscheidung von „Dringlichkeit“ und „Wichtigkeit“?

  • Wie können Richtungsentscheidungen zugunsten langfristiger Zeithorizonte in der Demokratie mehr Gewicht erhalten?

  • Bietet das Konzept der Resilienz einen erfolgversprechenden Rahmen für eine zukunftsfähige Gesellschaft? Ist es auf der Ebene des „guten Lebens“ zu verorten oder auch im Blick auf Gerechtigkeit relevant? Welche institutionellen Bedingungen begünstigen seine Implementation? 

← zurück